Der Mensch aus schiitischer Sicht

A) Die Vergangenheit und Zukunft des Menschen aus historischer und sozialer Perspektive

1- Wir glauben, dass Adam ein sehr geschätztes und auserwähltes Geschöpf Gottes ist, das Gott (vor einigen tausend Jahren) auf die Erde brachte, ihn zu seinem Statthalter und Propheten machte und ihm viele Kinder und Generationen gab.

2 – Wir glauben, dass es vor Adam Kreaturen auf der Erde gab, von denen einige den Menschen ähnlich waren, die in den Überlieferungen Nasnas genannt werden. Aber sie verdarben die Erde und verursachten großes Blutvergießen, so bestrafte Gott sie und beraubte sie der Möglichkeit auf Erden zu überleben.

3- Wir glauben, dass die Menschen, die heute auf diesem Planeten leben die Nachkommen Adams sind und nicht die Nachkommen der Nasnas (heute Neandertaler). Gott bestrafte sie und entfernte ihre Nachkommen von der Erde. Stattdessen wählte er Adam und nannte ihn Safiullah und machte seine Kinder (dh die Kinder Adams) zu Bewohnern und Erben der Erde.

4- Wir glauben, dass Gott zu verschiedenen Zeiten Menschen aus der Generation Adams auserwählte und sie mit Warnungen an die menschlichen Nationen sandte, um sie vor Korruption, Ungerechtigkeit und Unterdrückung zu bewahren. Diese Boten erinnerten die Menschen daran, dass ihnen, wenn sie an Gott glaubten und seine Warnungen fürchteten, die Türen des Segens und der Barmherzigkeit der Welt oben für sie geöffnet würden, aber wenn sie sich auf Korruption, Blutvergießen, Unterdrückung und Ungehorsam einließen, sie vor der Strafe Gottes nicht sicher wären. Vielleicht würden sie, wie die Alten, von einer Qual heimgesucht und zerstört werden.

5- Wir glauben, dass viele Menschen von Gott dafür bestraft wurden, dass sie die Warnungen der göttlichen Boten nicht ernst nahmen und in großem Maße unterdrückten.

– Einige von ihnen wurden vom Blitz getroffen und verbrannten.

– Eine Gruppe von ihnen wurde durch einen schrecklichen Schrei des Himmels überwältigt, die dadurch entstehende plötzliche Angst hatte ihnen das Leben genommen, in der Art, dass sie an der Stelle an der sie standen einfach vertrockneten.

– Einige von ihnen wurden von Stürmen heimgesucht und ertranken in schrecklichen Überschwemmungen.

– Einige von ihnen wurden durch große Gruppen von Tieren (wie Läuse, Frösche und Mäuse) angegriffen, was ihnen die Lebenskraft nahm.

– Eine Gruppe von ihnen wurde von den Wellen des Flusses und des Meeres erfasst und ertrank.

– Der Boden bebte unter den Füßen einer Gruppe, ein Riss entstand darin und alle fielen hinunter in die Tiefe.

– Himmlische Steine regneten auf einige von ihnen herab, töteten sie und begruben sie.

– Von Gott gesandte Vögel ließen heiße und brennende Kieselsteine auf eine Gruppe von ihnen hebfallen und töteten sie.

– Schwarze und rote Winde, heftige und lange Winde bliesen auf eine Gruppe von ihnen und vernichteten sie.

Von jedem dieser Stämme blieb nur eine kleine Gruppe von Tugendhaften und Gläubigen übrig, von denen die späteren Generationen abstammen.

6- Wir glauben, dass am Ende jeder Periode der Menschheitsgeschichte nur diejenigen übrig bleiben, die Unterdrückung vermeiden und an Gottes Strafe glauben und ihr plötzliches Eintreten fürchten (gottesfürchtig sind). Es sind diejenigen, die Gottes Geduld und Seine von Ihm gesetzte langzeitige Frist, die er der Menschheit gewährte, nicht ausnutzen, Seine Drohungen ernst nehmen, die göttlichen Gelegenheiten nutzen, um Gott näher zu kommen, die versuchen Gerechtigkeit zu schaffen und gute Taten zu verrichten.

7- Wir glauben, dass wir, auch wenn wir in anderen Perioden der Menschheitsgeschichte leben, Rebellion und Unterdrückung vermeiden und uns der Anbetung und der Gerechtigkeit zuwenden müssen. Auch die Unterdrücker und Ungläubigen in dieser Zeit sind von Gott (durch den Propheten des Islam) gewarnt worden und sie müssen damit rechnen, dass ihnen die göttliche Strafe ohne Vorankündigung offenbart wird. Diese göttliche Warnung wird durch den donnernden Aufstand von al-Mahdi (aj) verwirklicht, während dessen die Unterdrücker, die Ungläubigen und die Leugner Zerstörung finden und die Erde den frommen Gläubigen übergeben wird.

8- Wir glauben, dass die Welt nach der Auferstehung von al-Mahdi (aj) die Herrschaft der Unterdrücker und der Ungläubigen nicht länger sehen wird und die Gläubigen noch viele Jahre auf Erden leben werden.

9- Wir glauben, dass nach der ehrenvollen Zeit der Gläubigen und der Rechtschaffenen die Welt untergehen wird. Gott wird die Himmel und die Erde zerstören, alles wird zugrunde gehen und kein Lebewesen wird mehr übrigbleiben (Außer das Antlitz Gottes, das nicht materiell und über den Verstand hinaus geht). Dann fragt Gott: Wem gehört die Herrschaft und das Königreich? Und Er selbst wird antworten, dass „alles dem einen und einzigen Gott gehört“. An jenem Tag werden alle Rebellen vernichtet sein, und es wird niemanden mehr geben, der gegenüber Gott dem Einzigen und Mächtigen das Wort erheben kann.

10- Wir glauben, dass nach der Zerstörung der Welt und allem was darin war, es zu einer Schöpfungspause kommt, erst nach dieser Pause erschafft Gott die Welt neu. Das Kennzeichen dieser neuen Schöpfung ist, dass das Gute und das Böse, das Hässliche und das Schöne darin vollständig voneinander getrennt sind. Dort wird nur all das Gute zusammen sein und ebenso wird all das Hässliche zusammen sein.

11- Wir glauben, dass in der Zeit der Auferstehung alle Kinder Adams auferstehen und vor dem Gericht der Gerechtigkeit Gottes erscheinen und wo ihre vergangenen Taten berücksichtigt werden. Die göttliche Gerechtigkeit führt einige von ihnen in die Qual und das Feuer, und die göttliche Gnade führt eine andere Gruppe in das ewige Paradies,  beide Gruppen werden das Ergebnis ihrer guten oder schlechten Taten an dem ihnen bestimmten Ort sehen und mit den Menschen zusammen sein, die ihresgleichen sind.

12- Wir glauben, dass diejenigen, die das Paradies betreten niemals der dortigen Segnungen beraubt werden und sie darin für ewig weilen. Aber auch einige, die in die Hölle gehen werden schließlich gereinigt sein und mit der Fürsprache des Propheten des Islam gesegnet ins Paradies gehen können. Sie werden ihren Weg finden. Doch eine andere Gruppe wird aus Insassen der Hölle bestehen, die niemals einen Weg aus ihr herausfinden, weil sie die feste Absicht haben für immer die Feinde Gottes in der Welt zu sein und stets gegen Ihn rebellieren werden und Korruption zu verursachen suchen. Wir glauben gemäß Gottes Wort, dass sie zu den gleichen Dingen zurückkehren werden, die sie in der Vergangenheit getan haben, wenn Gott ihnen den Druck und die Strafe nimmt, obwohl Er es war, der verboten hatte diese Dinge zu tun. Sie verdienen wirklich die ewige Qual.

B) Die Vergangenheit und die Zukunft des Menschen aus individueller Perspektive

1- Wir glauben, dass jeder Mensch, der heute lebt und einen Namen, eine Position, Wissen, Macht und unterschiedliche Vollkommenheiten für sich in Anspruch nimmt, einst überhaupt nicht existierte. Niemand hatte je zuvor Kenntnis von ihm und nicht eine Spur oder ein Name wurde je von ihm gefunden. Wir glauben, dass es Gott ist, der die Menschen erschafft. Sie waren nichts zuvor, Er gibt ihnen das Vergnügen des „Seins“ wie Körper, Seele, Kraft, Wissen, Intellekt, Freiheit und andere Vollkommenheiten und Besitztümer.

2- Wir glauben, dass Gott zu Beginn den Körper des Menschen aus Erde erschuf, ihn im Mutterleib wie eine Pflanze zieht und ihn mit allem versorgt, was er braucht. Gott gibt dem Menschen Haut, Fleisch und Knochen, gibt ihm Ohren, Augen und Zunge, gibt ihm Hände, Füße und Mund. Er sorgt für Magen, Darm, Leber, Herz, Arterien, Nerven, Haare, Lunge, Gehirn und andere Dinge, die dieser braucht. Ja, es ist Gott, der im Mittelpunkt der Mutter, in der Dunkelheit ihre Leibes das schöne Gesicht und die Glieder eines Menschen entwirft und ihn auf wunderbare Weise formt. (Entstehung des menschlichen Körpers und sein Wachstum)

3- Wir glauben, dass Gott inmitten der Schwangerschaft Leben in einen menschlichen Körper einhaucht und Leben verleiht. Dadurch erhebt der barmherzige Gott den Menschen von einer Pflanze zu einem Tier. Denn es heißt, der Mensch hat wie die Tiere Lebendigkeit, Gefühle, Bewegungsdrang, Verlangen, Instinkt, Wut und Lust. In all dieser Zeit fehlt es dem Menschen an Wissen und Intellekt und er ist sich der göttlichen Gnade nicht bewusst. (Wandlung von der Pflanze hin zum Menschen)

4- Wir glauben, dass Gott der Allmächtige das Kind nach etwa neun Monaten aus dem Mutterleib holt. Er legt die Liebe zu ihm in die Herzen seiner Mitmenschen und bringt sie dazu voller Zufriedenheit für ihn zu arbeiten, ihn nach und nach zu nähren und ihn zu menschlichen Manieren zu führen. In dieser Zeit ähnelt das Verhalten des Kindes dem Verhalten von Tieren und basiert auf Nachahmung und Gehorsam, die Richtigkeit und Unrichtigkeit seiner Handlungen sind ihm nicht klar. Allerdings imitiert der menschliche Säugling viel stärker seinen Erzieher als es andere Tiere tun und gehorcht ihm auch stärker. Diese starken und wunderbaren Eigenschaften, Nachahmung und Gehorsam, die Gott dem Kind verliehen hat, bewirken, dass es sich in seinem Verhalten schnell fortentwickelt, um in die menschliche Gesellschaft eintreten zu können, es lernt sprechen und die soziale Etikette kennen. Aber gleichzeitig fehlt es dem Menschen immer noch an menschlichem Verständnis und an Vollkommenheit. Auch seine Anständigkeit ist kein Zeugnis für seinen Intellekt oder seinen Willen. (Ursprung der Sprache und soziale Anständigkeit des Menschen)

5- Wir glauben, dass Gott dem Menschen nach der Segnung von Körper und Seele ein weiteres Geschenk macht, es ist der freie Wille. Nachdem der Mensch ein Anhänger und Nachahmer war, wird er unabhängig und eigensinnig. Bis gestern hat Gott ihn, ohne es zu wissen, zur Vollkommenheit und zum Glück geführt, aber von heute an muss der Mensch zu Gott gehen und nach Glück streben. (Reife und Unabhängigkeit im Willen und in der Entscheidungsfindung)

6- Wir glauben, dass Gott, indem er dem Menschen Autorität und Willen gibt, ihm den Weg öffnet, die tierische Stufe zu verlassen und in die menschliche Welt einzutreten, aber auf dieser Stufe muss er den Weg und das Gute kennen und zwischen Gut und Böse unterscheiden. Aus diesem Grund entzündet der allmächtige Gott die Lampe der Vernunft in ihm und schickt wachherzige Propheten von außen zu ihm, um ihn zu lehren, was er braucht, um ihn zu überzeugen, seine menschliche Kraft richtig einzusetzen. Außerdem warnt er ihn auch vor dem Missbrauch seines freien Willens und seiner übernatürlichen Kraft und vor der Bestrafung.(Eintritt in die menschliche Welt durch den Einsatz von Macht, Autorität, Intellekt und Offenbarung)

7- Wir glauben, dass der Mensch, wer auch immer er ist und was er tut, egal wie lange er lebt, irgendwann alt werden wird. Allmählich nimmt ihm Gott die Erkenntniskraft und beraubt ihn des Intellekts und der Verstandeskraft, schwächt seinen Willen und seine Entscheidungskraft und macht ihn wieder wie ein Kind, damit andere ihm in den einfachsten Dingen helfen sollen.(Verlust der menschlichen Perfektion)

8- Wir glauben, dass Gott nach dem der Mensch den Verlust von Wissen und Intellekt hinnehmen muss, Er seine Seele von ihm nimmt, wobei der Körper allmählich all seine Beweglichkeit und seine Gefühle verliert und leblos zur Seite fällt. (Verlust der Seele und des tierischen Aspekts und das Zurückbleiben des leblosen Körpers)

9- Wir glauben, dass der menschliche Körper wieder in die Erde zurückkehrt, seine pflanzenartige Frische verliert und nichts davon mehr übrig bleibt als eine Handvoll Erde. Wie am Anfang, er war nichts als Erde. (Zerfall des Körpers und Rückkehr zur Erde)

10- Wir glauben, dass ein Mensch 1.) nichts von sich selbst hat, 2.) alles, was er jetzt besitzt von Gott erhalten hat und 3.) Gott alles zurücknimmt, was er ihm je gab. Deshalb sollte er nicht arrogant und stolz sein und Selbstverherrlichung, Unrecht an anderen und alle Arten von Sünden unterlassen. Er sollte sich stets fragen:

– Bin ich es denn nicht, den Gott  aus dem Nichts erschuf?

– War ich es nicht, der am Anfang keinen lebendigen, schönen und starken Körper hatte und im Schoße der Mutter nur ein unkenntliches Stück Fleisch war, das dann Gott auferweckte und durch meine Mutter zur Welt kommen ließ?

– War ich es nicht, der zuerst keine Seele im Körper hatte und sich nur wie eine leblose Pflanze bewegte? Doch dann gab mir Gott eine Seele, und erst dann wurde ich ein lebendiges Wesen?

– War ich es nicht, der zuerst nicht sprechen und irgendjemanden um irgendetwas bitten, nicht mit anderen reden und nicht mit ihnen sitzen und kommunizieren konnte? Doch dann gab Gott mir die Kraft eine Sprache und die Etikette zu erlernen, ohne es selbst zu bemerken?

– War ich es nicht, der zuerst unter der Erziehung, dem Willen und dem Befehl anderer stand und Gott mir eine unabhängige Persönlichkeit, Kraft und Willen verlieh?

– War ich es nicht, der nicht wusste, wie ich meinen Willen zu gebrauchen hatte, und Gott gab mir Weisheit und Wissen und offenbarte es den Menschen meiner Generation und meiner Rasse und sagte zu ihnen, dass sie mich ermutigen, mich warnen sollten, mich zu Gott und seiner Güte aufrufen und mir helfen anhand meines Willens in die Welt des Glücks und der Seligkeit einzutreten zu können. Und kann Gott, der mich geschaffen und mir Leib, Seele, Sprache, Manieren, Willen, Autorität, Verstand, Wissen und alle Mittel, die zum Glück führen, auch die Entscheidungsfähigkeit und die Fähigkeit zum Handeln gegeben hat, sie mir nicht auch wieder nehmen? Kann Er mir nicht alles nehmen, was ich als mein Eigentum ansehe, und wird Er es nicht auch irgendwann tun? Und werde ich am Ende nicht sterben, und wird mein toter Körper nicht zu trockener und rauer Erde?

Warum also arrogant und ungehorsam sein und warum sollte ich mich für besser als andere halten und warum sollte ich die Güte meines Gottes ignorieren und warum sollte ich seine Gebote und Verbote missachten und warum sollte ich mich nicht in seine Freunde verlieben und warum sollte ich mit seinen Feinden befreundet sein und warum sollte ich seine Boten beneiden und warum sollte ich mich über ihre Ratschläge und ihre Drohungen lustig machen und warum sollte ich gegen ihre Forderungen ankämpfen? Warum sollte ich das tun, wenn ich am Ende keine Zuflucht habe außer bei Gott und dazu weiß, dass Gott nicht die Hochmütigen und die Arroganten liebt, sondern die Demütigen, die Großzügigen die Vergebenden, die Bescheidenen und die selbstbeherrschten Menschen.

11- Wir glauben, dass Gott die Entwicklungsstufen von der Kindheit an bis zum Alter, das Leben und den Tod deshalb für den Menschen kreierte, damit der Mensch versteht, dass seine Existenz, seine Vollkommenheit und sein existenzielles Vermögen nicht von Anfang an da waren, sondern dass er seine Vollkommenheit erst lange nach seiner Erschaffung letztendlich erlangte und sie letztendlich verliert, deshalb sollte er auf keinen Fall arrogant sein und seine Armut, die Gabe und den Reichtum seines Herrn nicht vergessen.

12- Wir glauben, damit der Mensch sich nicht nur im Alter und vor dem Tod an Gott erinnert und dann wenn er Armut in Jugend und Stärke findet, dass Gott ihm schon in seiner Jugend Veränderungen zukommen lassen wird, wie durch aufeinanderfolgende Schwächen und Stärken, zum Beispiel:

– Gott lässt den Menschen nach einer gewissen Zeit verarmen, ob an Fähigkeiten oder etwas anderem, nach dieser Armut schenkt Er ihm wieder Reichtum.

– Gott, der Heiler, lässt einen Menschen nach seiner Gesundheit krank werden und heilt ihn dann wieder, wenn Er will.

– Gott, der Allmächtige, macht den Menschen nach der Sättigkeit wieder durstig und hungrig und löscht dann mit Seinem Lebensunterhalt Durst und Hunger.

– Der lebendige beständige Gott lässt nach dem Wachsein den Schlaf über einen Menschen kommen, so dass der Mensch nicht einmal mehr die Augen offen halten und das Gleichgewicht seines Körpers kontrollieren kann, weckt ihn dann wieder auf und gibt ihm Bewusstsein.

– Der weise und allmächtige Gott erinnert den Menschen nach geistiger Freude plötzlich an etwas und verwandelt seine Freude in Leid, und dann plötzlich sein Leid wieder in Freude.

– Der liebe und weise Gott schickt nach der Herrschaft des Menschen über alles und jeden eine Armee aus Staub, Wind, Wasser und Feuer, warum, um ihn zu demütigen, auch mit einer kleinen Fliege oder Mücke kann er ihn in die Knie zwingen .

– Der allmächtige Gott zwingt die Natur nach den Plänen, Entscheidungen und Handlungen des Menschen, Steine auf ihn zu werfen oder dass Mächtigere über ihn regieren, bis alle seine Pläne und Entscheidungen annulliert und vernichtet sind. Dann, auf dem Höhepunkt seiner Verzweiflung, legt er dem Menschen eine Lösung in den Sinn und schafft ihm ein weiteres Schicksal und eine andere Möglichkeit.

Gott lässt diese Entwicklungen und Beispiele während der Existenz des Menschen zu, damit dieser sich selbst erkennt und die Geringigkeit seines Wesens und immer dankbar ist für die göttlichen Segnungen, Gnaden und Gaben, die ihm zuteil werden und er für nichts und niemanden seine Ehre und seinen Stolz verkauft.

13- Wir glauben, dass eine Person nach dem Tod einen schlafähnlichen Zustand erlebt, in dem Gott die menschliche Seele befragt und durch die gläubigen und ungläubigen Menschen wie durch seine Engel antwortet. Die Seelen der frommen Gläubigen werden von Gott für ihre guten Taten gesegnet, und die Seelen der Ungläubigen werden durch ihre eigenen hässlichen Taten gequält. In dieser Welt (die Barzakh genannt wird) gibt es Segnungen oder seelischen Druck auf die Gläubigen und die Ungläubigen. Es ist möglich, dass die Gläubigen lange Zeit unter ihren hässlichen Taten leiden und erst nach Jahren Frieden und Ruhe finden. Die Leiden und Freuden im Barzakh  ähneln den Leiden und Freuden der Traumwelt, die auch sehr intensiv sind.

14- Wir glauben, dass Gott den Menschen nach der Zerstörung dieser Welt und dem Beginn des Jenseits Körper und Seele zurückgeben wird, denn es heißt, ihr Körper erhebt sich aus der Erde und ihr Geist verbindet sich mit ihren Körpern, und jeder von ihnen schließt sich den Reihen von Gleichgesinnten an, und gemäß ihrem Glauben und ihren Taten erwerben sie himmlische Grade oder einen der Wege zur Hölle.

C) Menschen im Vergleich zu Engeln und Tieren

1- Wir glauben, dass die Menschen wie andere Geschöpfe am Anfang nichts waren und Gott ihnen Körper, Seele und himmlische Vollkommenheiten (wie Intellekt, Wissen, Macht und Willen) gegeben hat, und wann immer Er will, nimmt Er von ihnen, was Er ihnen gegeben hat. Würdig für den Menschen ist also im Vergleich zu anderen Geschöpfen demütig und nicht arrogant zu sein.

2- Wir glauben, dass Gott, von dem die Vollkommenheit aller Geschöpfe stammt, von seinen Geschöpfen die Nachkommen seines auserwählten Propheten Adams geehrt hat. Deshalb sollte der Mensch diesen göttlichen Segen und seine erhabene Persönlichkeit schätzen.

3- Wir glauben, dass Menschen den Tieren von Natur aus ähnlich sind (körperliche und geistige Aspekte) und daher von ihren natürlichen Bedürfnissen und Wünschen beeinflusst werden.

4- Wir glauben, dass die Menschen in Bezug auf das Himmlische, Übernatürliche (Aspekte des Intellekts, des Wissens, der Macht, des Willens und der Fähigkeit, die Natur zu dominieren) den Engeln ähneln und folglich die Fähigkeit besitzen zwischen Gut und Böse unterscheiden, nach dem Reinen und Guten handeln und seine natürlichen Begierden bewältigen zu können.

5- Ist der Status des Menschen höher oder niedriger als der von Engeln und Tieren einzustufen?

Wir glauben, dass die Menschen,

– wenn sie sich trotz ihres Verstandes in ihren tierischen Begierden gefangen halten, sie niedriger als dieTiere sind;

– Und wenn sie trotz tierischer Begierden der Vernunft folgen, werden sie sich über die Engel erheben können.

6- Warum hat Gott dem Menschen einen himmlischen Aspekt gegeben?

Wir glauben, dass Gott dem Menschen einen himmlischen Aspekt gegeben hat, um

A- dem Menschen gegenüber gnädig zu sein und ihn sich selbst nahe zu bringen, (auf das der Mensch göttliches Wissen und Macht findet und damit göttliche Taten vollbringt, damit er Gott besser kennenlernt und weil er als sein Statthalter auf Erden und im Paradies unsterblich ist;)

B- Um die Engel über den Status seiner auserwählten Diener zu informieren, (wenn diese trotz ihrer natürlichen Bedürfnisse und tierischen Begierden dem Licht ihres Herrn folgen.)

C- Um die Kinder Adams zu ehren, indem Adam geehrt wird. (Die Menschen sollten wissen, dass sie Nachkommen der Propheten sind und aus diesem Grund Gottes besondere Beachtung erhalten.)

D- Um den Weg der Anbetung und des spirituellen Aufstiegs für die Menschen zu öffnen und Seinen Grund und den Beweis dafür gegenüber den rebellischen und anmaßenden Menschen zu vollenden.

7- Warum hat Gott dem Menschen einen tierischen Aspekt gegeben?

Wir glauben, dass Gott dem Menschen einen tierischen Aspekt gegeben hat,

A- um den Menschen zu prüfen und nur diejenigen die höchste Position der Menschlichkeit (Himmel, Königreich und Freiheit im Himmel) erreichen zu lassen, die die unangebrachten Wünsche ihres Egos überwinden können und

B- um dem Menschen verständlich zu machen wie bedürftig und schwach er ist und er nicht arrogant sein sollte. (Das heißt, um zu verstehen, dass sein himmlischer Aspekt nicht von Natur aus sein eigen ist und dass Gott ihm diesen gegeben hat, und wenn er aufgrund seines himmlischen Aspektes wissend, mächtig, ohne  Nöte und reich ist, so ist es Gott, der ihm dies verliehen hat, genauso wie Gott aufgrund des tierischen Aspekts ihn bedürftig, verletzlich, verwundbar und arm gemacht hat.

8- Warum ist es eine Notwendigkeit für den Menschen, sich um seinen himmlischen Aspekt zu kümmern?

– Wir glauben, dass der Mensch, wenn er nicht auf seinen himmlischen Aspekt achtet und in der Tat die besonderen göttlichen Segnungen ihm gegenüber ignoriert und sie mit Grobheit und Undankbarkeit verschwendet, er Strafe und Entfernung von Gott verdient und den Fall in Ränge, die niedriger sind als die tierischen.

– Und wir glauben, dass der Mensch, wenn er auf seinen himmlischen Aspekt achtet und seinen tierischen Aspekt überwindet, in der Tat die göttlichen Segnungen zu schätzen weiß und das ewige Paradies, das Königreich und zunehmende Segnungen verdient.

9- Warum ist es eine Notwendigkeit, dass der Mensch sich um seinen tierischen Aspekt kümmert?

– Wir glauben, dass der tierische Aspekt des Menschen für den Menschen wichtig ist. Der menschliche Körper ist wie ein Reittier. Der Mensch braucht einen materiellen Körper für seine materielle Präsenz in dieser Welt und auch im Jenseits, also muss er danach streben seine Gesundheit und Kraft zu erhalten.

– Wir glauben, dass zu große Aufmerksamkeit auf dieses Reittier dazu führt, dass das Tier beginnt auf einem Menschen zu reiten, das heißt, dass das tierische im Menschen sein himmlisches überwunden hat.

10- Auf welche Weise kann der Mensch seinen tierischen Aspekt überwinden und himmlisch werden?

Der erste Weg – auf die Größe und Macht Gottes achten, seine Heiligkeit einhalten und Hilfe bei Ihm suchen;

Der zweite Weg – auf die Geringigkeit und Niedrigkeit der Welt und auf die Größe der Segnungen Gottes achten;

Der dritte Weg – besteht darin, die Gabe der Vernunft zu schützen und Gott zu bitten Weisheit und Wissen zu mehren;

Der vierte Weg – den Befehlen der Vernunft folgen und stets im Raum der Menschheit präsent sein.

Der fünfte Weg – auf die Kraft und den Willen achten, den Gott dem Menschen gegeben hat, und sich für sein Handeln verantwortlich fühlen.

Der sechste Weg – die extremen und hässlichen Aspekte des Tieres erkennen und sie vermeiden (Zügelung des Körpers)

Der siebte Weg – achten auf die Belohnungen und Strafen, die Gott für verschiedene  menschliche Taten festgelegt hat, um den tierischen Aspekt überwinden und ernstnehmen zu können.

Der achte Weg – sich mit denen zu verbinden, die himmlisch und jenseitig geworden sind,

ihnen ähnlich zu werden und ihre Empfehlungen zu praktizieren, sowie die weltlichen und

animalischen zu verlassen und nicht wie jene zu sein, die auf Versuchungen hören.

11- Was bedeuten schlechte tierische Eigenschaften, die überwunden werden müssen?

-Wir glauben, dass die folgenden Eigenschaften zu den schlechten tierischen Eigenschaften gehören, denn sie halten von unserem göttlichen Intellekt und Wissen ab, deshalb ist es für jeden notwendig, sie auf die zuvor erwähnte Weise zu überwinden, um als perfekter Mensch zu gelten :

1- Gefräßigkeit

2- Überlanger Schlaf

3- Feigheit

4- Schamlosigkeit

5- räuberische Wildheit

6- Gier

7- Mangelnde Sauberkeit

8- Faulheit

9- Niederträchtigkeit

10- Unterwerfung (sich zum Beispiel unter dem Einfluss provokanter Werbung, Filme und Musik zum Spielzeug für andere machen zu lassen)

11- Selbstsucht (die wie wilde Tiere, unabhängig von Verwandtschaft, über ihre toten Körper herfielen).

12- Wut

13- Undankbarkeit

14- Ungeduld

15- Aggression und Vergewaltigung

16- Geiz

D) Der Mensch im Vergleich mit den Dschinn und der Feindseligkeit des Satans gegenüber dem Menschen

1- Wir glauben, dass eine der Gruppen, die vor den Menschen auf Erden lebten, der Stamm der Dschinn war und zu dieser Zeit die Erde in ihrem Besitz war. Sie waren aber eine der Gruppen, die Leid und Elend über die Erde brachten und Blut vergossen. Daraufhin erhielten sie die göttliche Strafe und mussten das normale Leben auf der Erde entbehren. Wir glauben, dass der Stamm der Dschinn nicht der von Gott auserwählte Stamm und die auserwählte Rasse waren.

2- Wir glauben, dass „Iblis“ einer der Dschinn war. Im Gegensatz zu den anderen Dschinn beschäftigte er sich nicht mit der Sünde, sondern war äußerlich sehr fromm und asketisch. Wie die anderen war er nicht rebellisch und arrogant, sondern er verehrte Gott und mühte sich ab in seinem Dienste. Leider war dieser Ausdruck von Demut und Bescheidenheit nur äußerlich, innerlich hielt er sich jedoch für groß und für den besten Diener Gottes, und mehr als dass er Gott etwas schuldete, schuldete er alles nur sich selbst. Er wollte nicht akzeptieren, dass es ihm ohne die göttliche Gnade nie gelungen wäre, Gott anzubeten, die Sünde aufzugeben und Gott nahe zu sein. Aber diese Arroganz und Selbstüberschätzung des Teufels war niemandem außer Gott klar, denn die Engel lobten ihn gemäß seiner äußeren Erscheinung.

3- Wir glauben, dass Gott, als Er die Dschinn von der Erde vertrieben und sie wegen ihrer Taten von der Erde verbannt hatte, Iblis nicht zu ihnen gehörte, da er in seiner Anbetung niemals nachließ, so schickte Er ihn in die Welt der Engel und schenkte ihm dort viel Ehre und Würde. Engel sind eine Gruppe von Geschöpfen, bei denen es überhaupt kein Interesse an Schlechtem oder Bösen gibt, sie führen die göttlichen Befehle immer mit Erfolg aus und besitzen auch sehr viel Wissen. Unter diesen Umständen dachten einige Engel, der Teufel sei Gottes auserwählter Diener, der, nachdem er aus jeder Tortur stolz hervorgegangen war, niemals gegen Gott rebellieren würde, obwohl dies tatsächlich nicht der Fall war.

4- Wir glauben, dass Gott, schon bevor er Satan unter den Engel verweilen ließ, vor hatte eine weitere Art von Geschöpfen auf die Erde zu bringen und auch sie wie die anderen zu prüfen. Gott machte die Engel darauf aufmerksam. Eine Gruppe von Engeln, die die Geschichte der Korruption und des Blutvergießens früherer Generationen von Kreaturen auf der Erde kannten und nicht mochten, dass wieder eine derarte Gruppe kam und Gott auf der Erde entweihte, beklagte sich bei Gott dem Allmächtigen und sagte: „Willst Du auf ihr etwa jemanden einsetzen, der auf ihr Unheil stiftet und Blut vergießt, wo wir Dich doch lobpreisen und Deiner Heiligkeit lobsingen?“ Aber Gott sagte zu ihnen: „Ich weiß, was ihr nicht wisst.“ Die protestierenden Engel erkannten aus der göttlichen Antwort, dass Gott eine Weisheit in seinem Werk verborgen hat und da sie niemals Einwände gegen ihren Herrn erheben, sagten sie reumütig:

O Gott, du bist frei von allen Fehlern und Mängeln, und wir haben kein Wissen außer dem, was Du uns gelehrt hast.

5- Wir glauben, dass einiges von dem, was Gott wusste und was die Engel nicht wussten, folgendes war:

A) Die innere Unreinheit des Teufels.

Während die Engel dachten, dass er der auserwählte Diener Gottes ist, der aus schweren Prüfungen erfolgreich hervorging, obwohl er ein Teufel war und aus dem Stamme der Dschinn stammte. Gott wusste, dass Satan fallen würde, wenn Er ihn in seiner Arroganz und mit Eifersucht prüfen würde, und dass er anstatt Buße zu tun und seinen Fehler zuzugeben, Gott einen Tyrannen nennen und sich auf ewige Feindschaft mit Gott einlassen würde.

B) Beispiellose Reinheit des Propheten Adam und der Auserwählten seiner Generation

Einige der Engel dachten, dass jeder, der außer Satan auf die Erde gesetzt wird und von Gott Macht und Autorität erhält, Korruption begeht und Blutvergießen verursachen würde. Nun wusste Gott, dass Adam und viele seiner frommen und tugendhaften Nachkommen nicht so sein würden, dass sie immer nur Gott anbeten und ihren Glauben an Gott und ihre rechtschaffenen Taten, selbst unter den schwierigsten Umständen, nicht aufgeben würden. Gott wusste, dass Adam (Friede sei mit ihm) und die Frommen aus dieser Generation edle Diener sind, die ehrenhafter sind als alle Geschöpfe Gottes und ihre Position sogar höher als die der nahen Engel ist. Gott war sich der Tugenden Adams und seiner Nachkommen bewusst, während diese protestierenden Engel sich dessen nicht bewusst waren und dachten, wenn Gott  seinen leuchtenden und reinen Geschöpfen die gleichen Möglichkeiten gibt, wie Er den vorherigen Generationen auf der Erde gegeben hatte, so würden sie sich bestimmt, nachdem die Erde ihnen harte Prüfungen abverlangt hätte, alle der Dunkelheit und dem Verderben zuwenden.

6- Wir glauben, dass Gott schließlich Adams Körper aus Erde erschuf, ihm Leben einhauchte, ihm sein spezielles Wissen beibrachte und ihm den höchsten Rang der Menschheit verlieh. Dann sagte Er zu den Engeln: „Dies ist mein auserwählter Diener, der über euch steht, und Ich habe ihn unter die besten meiner Geschöpfe gestellt. Nun, ihr Engel und alle Bewohner des Himmels, verbeugt euch vor Mir auf meinen Befehl, um ihn und die Auserwählten und Reinen seiner Generation zu respektieren.“ Alle Engel warfen sich nieder, aber der Teufel wurde dermaßen eifersüchtig auf Adam, dass er sich weigerte Gottes Befehl auszuführen, er hielt sich für größer als ihn und offenbarte so seinen verborgenen Unglauben. Er sagte: „Oh Gott, wenn Du mir befiehlst Tausende von Jahren Gebete für Dich darzubringen, um alle Anbeter zu übertreffen, werde ich das tun, aber bitte mich nicht, mich vor jemandem niederzuwerfen, den du und seine Nachkommen mich bevorzugstes. Er ist aus Erde und ich bin aus Feuer. Er ist mir unterlegen und ich bin ihm überlegen.“ Aber Gott sagte: „Meine Anbetung wird so ausgeführt, wie Ich es will, nicht so, wie du es willst.“

Daraufhin wurde Satan aus dem Reich Gottes vertrieben, und sein Unglaube war nun für alle offensichtlich. Der gottnahe Iblis wurde zu einem vertriebenen Teufel und ließ den Hass auf Adam und seine Nachkommen in sein Herz einfließen. Er sagte sich, dass er Adam und seine ganze Generation überlisten und Gott damit klar machen würde, dass Er einen Fehler gemacht hat, als Er Adam erwählte und dem Teufel Unrecht tat! Dann, um seinen Plan ausführen zu können, bat er Gott, ihn nicht sofort der Strafe zuzuführen, sondern ihm eine Frist bis zum Tag der Auferstehung zu geben. Gott gab ihm diese Chance und es wurde bekannt.

Satan schwor bei der Herrlichkeit Gottes, dass er nun allen Menschen feindlich gesinnt sei und sie alle in die Irre führen wird, aber der Herr sagte ihm, dass er niemals in der Lage wäre Gottes aufrichtige Diener zur Feindschaft mit Gott aufzustacheln und sie zu seinen Nachfolgern zu machen. So wurde der Teufel (oder der vertriebene Teufel) zum geschworenen Feind des Menschen.

7- Wir glauben, dass Gott anstelle von Satan nun einen Menschen in Sein Königreich und Sein Paradies, in Seine Nähe einliess. Dann schuf Gott für ihn eine Frau, die ihm eine Gefährtin und Genossin sein sollte.

Dann erlaubte er Adam und seiner Frau (deren Name Eva war) alle Segnungen des Paradieses zu genießen, aber sich einem sehr außergewöhnlichen Baum nicht zu nähern, weil dieser Baum für eine besondere Gruppe der Nachkommen Adams bestimmt war, die noch nicht geboren sind und deren Status höher, als der von  Adam sei. Diese Leute waren der Siegel des Prophetentums Muhammad und seine auserwählte Familie. Gott sagte zu Adam und seiner Frau Eva, sie sollen sich nicht von Satan täuschen lassen, denn er sei ihnen feindlich gesinnt und hätte keine Sonderrechte bezüglich dieses Baumes in Seinem Königreich und könnte auch nicht in irgendwelche Geschehen eingreifen. Der Teufel hingegen, der von großer Eifersucht und Selbstüberschätzung heimgesucht worden war, beschloss nun diesen Menschen mit einem Trick zu täuschen. Gott wollte dem Teufel und den Engeln die Demut, Reinheit und die Größe Adams zeigen und prüfte ihn mit den Bedingungen der Erde, so hielt er den Teufel nicht zurück und ließ seinen Weg offen, um Adam und seiner Frau gegenübertreten zu können. Satan kam in der Gestalt eines Freundes zu ihnen, Adam und seine Frau erkannten ihn also nicht, als er zu ihnen sprach und sagte, dass wenn sie von den Früchten dieses Baumes essen würden sie außergewöhnliche Güte, viel Wissen, große Überlegenheit, Unsterblichkeit und viele weitere Vorteile erhalten können. Dann schwor er bei der Ehre des allmächtigen Gottes, dass er nicht lüge und ihnen nur Gutes wünsche. Ein Mann, der dem erhabenen Gott die Treue schwor, war in Adams Augen so groß und verehrt, dass er nicht glaubte, irgendjemand würde falsch auf Gott schwören. Daher wurde er aufgrund seiner angeborenen Reinheit und seines Respekts vor Gott vom Satan getäuscht und nur einen Moment vergaß er den Befehl des allmächtigen Gottes, so dass er und seine Frau nach den verbotenen Früchten des Baumes griffen und sie aßen. Gott sagte: „Ihr habt euch selbst Unrecht getan und müsst jetzt mit dem Teufel zusammen aus meinem Paradies hinausgehen und auf die Erde hinabsteigen. Satan war überglücklich über den Fall von Adam und seiner Frau Eva, aber er wusste nicht, dass Adam und seine Frau Eva nicht wie er waren, die nicht ihre Schuld mit sich herumtrugen und nicht Buße taten.

8Wir glauben, dass Adam seine Tat bereute, nachdem er auf die Erde herabgestiegen war. Obwohl er nicht die Absicht gehabt hatte gegen Gott zu sündigen, so hatte er doch für nur einen Moment Gottes Befehl vergessen und dem Satan vertraut, aufgrund des Schwures, den dieser auf Gott geleistet hatte. Doch Adam nahm seine Schuld vor Gott auf sich, anders als der Teufel, der Gott für seine Sünde verantwortlich machte und ihn trotz all der Segnungen, die ihm Gott gewährte, einen Tyrannen nannte. Viele Jahre lang weinte und klagte Adam, er bereute wahrlich und wurde ein Vorbild für seine Nachkommen, vorallem bezüglich dessen sich zu schämen und sich selbst die Schuld zu geben, wann immer man eine Sünde oder einen Fehler begeht und sich vor Gott zu demütigen und Ihn um Vergebung und Gnade zu bitten. Nach Jahren der Reue und des Flehens akzeptierte Gott schließlich Adams Reue in einem Gebiet namens Mekka, neben einem Haus namens Kaaba und bekleidete ihn dort erneut mit Seiner Gnade, einer ganz besonderen Gnade. Die Kaaba war das erste Haus, das Gott für Adam und seine Nachkommen errichtete, es diente Seiner Anbetung und der Reue. So wurde allen klar, dass Adam sehr viel ehrenwerter und würdiger war als Satan und dass Gott Satan zu Recht verstoßen und Adam zu seinem Auserwählten ernannt hatte.

9- Wir glauben, dass Satan, obwohl er Adam und seine Nachkommen aus dem Paradies vertrieben hatte, ihn und andere aufrichtige Diener Gottes nicht dazu anstiften konnte Feinde Gottes wie er selbst zu sein. Deshalb war er immer der Unterlegene gegnüber den Auserwählten der Nachkommen Adams, und aus diesem Grund nahm sein Hass auf die Kinder Adams mehr und mehr zu. Er lauert stets im Hinterhalt. Er zeigt sich uns nicht, wir sollen ihn nicht kennen und uns seiner nicht bewusst werden. Mit seiner außergewöhnlichen Kraft verführt er uns ständig. Viele böse Pläne und unreine Gedanken, die in unseren Herzen und Gedanken aufsteigen, stammen von ihm. Er ruft uns von innen heraus zur Sünde und zum Weltlichen und dazu Gottes Gebote und Verbote zu missachten. Er verspricht uns Glück, schmückt und rechtfertigt unsere hässlichen Taten. Wann immer wir uns an Gott erinnern und mit Gott sprechen wollen (insbesondere im Gebet, das eine außergewöhnliche Gelegenheit ist Gott nahe zu sein) lenkt er unsere Gedanken und Herzen von Gott ab und beschäftigt uns mit anderen Dingen. Wir müssen ihn als unseren gemeinsamen Feind und den aller Menschen betrachten und wissen, dass der Verfluchte immer danach trachten wird uns Kinder vom rechten Weg abzubringen, um uns zu vernichten. Gott sagte uns doch ausdrücklich, dass er des Menschen Feind ist, also sollst du auch sein Feind sein.

„Gewiß, der Satan ist euch ein Feind; so nehmt ihn euch zum Feind. „

10- Wir glauben, dass Gott Satan viel Macht und Zeit gegeben hat und er auch all seine Macht nutzt, um die Menschen in die Irre zu führen, und es ihm gelungen ist, dies bei vielen Menschen zu tun (außer bei aufrichtigen Anbetern). Die Macht Satans ist so groß, dass kein Mensch ihr allein ohne Gottes Hilfe entkommen kann. Erst als Gott Adam allein ließ, betrog ihn der Satan durch seine Stellung und Größe, was sollten wir da machen, wir, die wir so klein sind. Aber als Gegenleistung für die große Macht, die Gott Satan gab, hat er zwei außergewöhnliche Möglichkeiten für uns Menschen geschaffen.

A) Die Möglichkeit Hilfe bei Gott und Zuflucht bei Ihm zu suchen

Die Macht Satans und seine List sind sehr gering angesichts der Macht Gottes und der Hilfe Gottes, und es gibt nur einen Weg, Satan zu überwinden, und dieser Weg ist, dass der Mensch Zuflucht bei Gott und Seiner Festung sucht, das heißt erstens sich immer mit der Zufluchtsuche bei Ihm zu beschäftigen und zweitens jederzeit den göttlichen Zufluchtsort zu kennen. Wir glauben, dass Gott eine Festung errichtet hat, um die Menschen vor dem Bösen Satans zu schützen, und diese göttliche Zuflucht in unserer Zeit ist die heilige und auserwählte Existenz von al-Mahdi (a.). Wir glauben, dass nur diejenigen, die es schaffen die Versuchungen Satans zu überwinden, ihren Imam als die einzige Zuflucht zu Gott erkennen und sich ihm so zuwenden können.

B) Die Möglichkeit der Reue

Als Gegenleistung für die große Macht, die er Satan gab hat Gott den Nachkommen Adams den Weg zur Reue bis zum Tod geöffnet und gesagt: „Ich vergebe all denen, die von Satan getäuscht wurden, wenn sie ihre Schuld bekennen und zu mir zurückkehren.“ Damit uns Menschen der Weg zur Reue und zur Rückkehr zu Gott gezeigt wird, machte Gott „Adam“ zu einem Vorbild für uns und erlaubte ihm die vollkommene Reue darzubringen. Wir glauben, dass Gott Adams Reue sofort akzeptierte, als er Gott mit bestimmten Worten anrief. Diese Worte wurden nach den heiligen Namen der fünf Unfehlbaren ausgewählt, die die edelsten der Nachkommen Adams sind. Ja, Gott akzeptiert die Reue derer, die die Ehre dieser Edlen und ihr besonderes Recht vor Gott sowie ihre Geringwertigkeit vor ihnen anerkennen.