Der schiitische Glaube bezüglich Gott

Wir, die Zwölfer-Schiiten, d.h diejenigen, die im gegenwärtigen Zeitalter am Tisch der Wilaya (Vormundschaft) von al-Mahdi (Möge Gott seine Wiedererscheinung beschleunigen) sitzen und vom Segen seiner Führung profitieren, pflegen auch besondere Überzeugungen über Gott den Allmächtigen, über Seine Eigenschaften und über unsere Stellung Ihm gegenüber. Diese reinen und klaren Glaubenselemente und Ansichten, die zu einem Teil unserer Kultur und unseres Lebens geworden sind, sind alle auf Gottes Gnade und auf das Festhalten am Koran und an der Ahl al-Bait, die uns beschert wurden. Daher ist es angemessen, während man über sie nachdenkt, Gott dem Allmächtigen zu danken und die Segnungen des Koran und der Ahl al-Bait zu schätzen. Die Liste unserer Überzeugungen hinsichtlich Gott dem Allmächtigen ist wie folgt:

1- Der Gott, an den wir glauben, ist derjenige, bei dem jeder Diener in Schwierigkeiten und Not Zuflucht suchen und von Ihm Hilfe erbitten kann.

2- Wir glauben, dass unser Gott die Welt mit seinen Zeichen füllt und Seine Göttlichkeit, Herrschaft, Schöpfung, Barmherzigkeit, Macht, Mächtigkeit und andere seiner Vollkommenheiten manifestiert hat, damit wir ständig Seiner gedenken und Seinen Verheißungen über das Jenseits Glauben schenken.

– Es ist eines Seiner Zeichen, dass Er vom toten Boden lebendige Pflanzen und Tiere hervorbringt und Lebloses aus dem Inneren der Lebenden zum Leben erweckt, genauso wie es mit der Erde im Frühling ist, nach dem sie im Winter Tod und Kälte fand und wiederbelebt wird und Er uns ebenso wieder erwecken wird aus dem toten Boden.

– Und eines Seiner Zeichen ist, dass Er den sich bewegenden Menschen aus der stillen Erde erschuf, so dass diese leblose und bewegungslose Erde Leben und Bewegung erhält.

– Und eines seiner Zeichen ist, dass er Gattinnen aus uns selbst erschuf, bei denen wir Ruhe finden, und er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen den Ehepartnern gesetzt. Mögen die Verständigen über diese Zeichen nachdenken und sich von der göttlichen Weisheit leiten lassen, damit sie verstehen wie Gott das Leben der Menschheit erhält und Freude sowie Aufregung im Leben der Menschen erzeugt.

– Und eines Seiner Zeichen ist, dass er die mächtigen Himmel und die weite Erde mit Ordnung, Verbindung, Harmonie, Schönheit und Größe erschuf und alles zu einem kohärenten und geordneten Körper machte.

– Es ist auch eines Seiner Zeichen, dass er hinsichtlich der Menschen Unterschiede schuf, auf dass sie sich voneinander unterscheiden, so gab Er jedem von ihnen eine Sprache, einen Akzent, bestimmte Artikulation und Stimme, Farbe und  Gesicht, dazu schuf Er Kinder, die mit ihren Vätern und Müttern, Brüdern und Schwestern und Verwandten Ähnlichkeit aufweisen, um mehr Verbindung und Liebe zwischen ihnen zu schaffen.

– Und eines Seiner Zeichen ist das Träumen, wovon wir jeden Tag und jede Nacht ungewollt heimgesucht werden, damit einerseits unsere körperliche und geistige Müdigkeit gelindert wird und damit uns unsere Taten, unsere Gier und Interessen nicht unaufhörlich beschäftigen und unser Unterbewusstsein zerstören. Wir müssen uns vielmehr ausruhen und erkennen, dass es unser Gott ist, der die Leitung unserer Angelegenheiten in der Hand hält, nicht wir selbst und Er derjenige ist, der uns all unsere Kraft und Fähigkeit nehmen kann, wann immer Er will, und welcher uns jeden Tag und jede Nacht seine Macht und Dominanz und unsere Schwäche und Unfähigkeit zeigt.

– Und eines Seiner Zeichen ist, dass er Hoffnung in uns geweckt hat, damit wir unseren Lebensunterhalt erwerben und Er uns dazu gebracht hat eine rechtmäßige und gute Ernährung zu erreichen und Er uns nicht davon abhält mehr Gnade und Segen zu erlangen.

– Und eines Seiner Zeichen ist das Licht, das durch die Wolken scheint, so dass wir die große Macht erkennen, die Er in der Natur verborgen hat. Wir erschrecken vor den Blitzen und ihrer überraschenden Kraft und vor ihrer Geschwindigkeit, nur damit wir unserer Schwäche und Kleinheit gegenüber Gottes Willen gewiss sein können. Andererseits spüren wir die Verheißung durch das Herabkommen von Regen und den Segen spüren wir schon kurz bevor der Regen fällt, während wir ihn dann mit Freude, Hoffnung und Dankbarkeit willkommen heißen.

– Und eines Seiner Zeichen ist das Wasser, das Er vom Himmel herabsendet, nachdem Er die Blitze zwischen den Wolken hervorkommen ließ und mit dessen Hilfe Er dem trockenen und toten Land Grün und Leben verleiht.

– Und aus Seinen Zeichen geht auch hervor, dass auf Seinen Befehl hin Himmel und Erde errichtet wurden und ihr System nicht zusammenbrechen wird, solange Er es will. Aber wenn Gott die Auferstehung herbeiführen wird, so ändert sich das System der Welt, aber nach der Verwandlung oder Zerstörung von allem richtet Er eine neue Ordnung ein und auf seinen Willen hin wird der Mensch aus der Erde auferstehen.

All dies sowie zahlreiche andere Phänomene sind die Zeichen Gottes in der Welt der Natur, die uns erkennen lassen, dass wir und die Welt um uns herum von Ihm regiert werden und alles so lange bestehen wird, wie Er will und wann immer Er will, wir von Änderung und Wendung heimgesucht werden.

3- Wir glauben, dass der Haupteigentümer und Schöpfer der Welt Gott ist und dass wir, seine Diener alles was wir besitzen von Ihm haben und nichts durch uns selbst erlangten. Aus diesem Grund bekennen wir, anstatt uns selbst zu betrügen und uns für groß, unbedürftig und unabhängig von Gott zu betrachten, dass wir seine geringfügigen, armen, bedürftigen Diener sind und dass wir immer von ihm abhängig, Bettler und Bedürftige sind, die ihn bitten und sich vor Arroganz hüten sollten. Wir schämen uns nicht zu sagen, dass wir Seine Diener, Sklaven und Seiner bedürftig sind. Nein, wir sind stolz darauf, Diener eines so mächtigen und großen Gottes zu sein und wir sagen: „Bürde von Gott ist Ehre und Herrlichkeit, jemandem wie dir ein Sklave und gehorsam zu sein ist meine Ehre und mein Stolz und dass jemand wie Du mein Besitzer und mein Vormund ist. Mein Gott, Du bist, was ich liebe, also mach mich zu demjenigen, den auch Du liebst.“

4- Da wir uns nicht als Besitzer des Universums betrachten und uns sogar als Eigentum Gottes und von Ihm verstehen, erlauben wir uns nicht irgendetwas mit dem Reiche Gottes oder mit seinen Einrichtungen, die ursprünglich von Ihm stammen, alles zu tun was wir wollen. Im Gegenteil, wir halten es für notwendig uns immer dem Willen Gottes anzupassen. Wir benutzen das, was sich im Universum befindet nicht ohne Seine Erlaubnis und Genehmigung, wir können nicht jedes Teilchen des Universums, das unsere Existenz bedeutet an uns reißen. Anders als die „Humanisten“ betrachten wir den Menschen und seinen Willen nicht als Dreh- und Angelpunkt des Universums, sondern wir haben Gott und seinen Willen zu unserem obersten Ziel gemacht. Mit anderen Worten, obwohl Gott uns frei geschaffen hat, erlauben wir uns nicht unseren Willen für irgendetwas in völliger Freiheit zu gebrauchen, sondern wir achten immer auf die Bedingungen der Höflichkeit und Unterwürfigkeit und berücksichtigen die Erlaubnis und Zustimmung unseres Herrn.

5- Wir glauben, dass die Macht und Autorität derjenigen, die sie weltweit besitzen, egal in welchem Maße, erstens begrenzt ist und zweitens ihre begrenzte Macht auch von Gott dem Allmächtigen abhängig ist. Sie haben eigentlich nichts und in der Tat sind sie Bettler wie wir, aber niemals der Anbetung  und Demut gegenüber Gott würdig. Daher sagen wir voller Aufrichtigkeit „La ilaha illa Allah“ bedeutet, dass wir bekennen, dass nur Allah der Anbetung würdig ist und es keine Gottheit oder Zuflucht für uns außer Ihm gibt.

Ja, wir beten nur einen Gott an, dessen Macht unendlich und ewig ist und der niemanden braucht. Wir bitten nur Ihn und erniedrigen uns nur vor Ihm.

6- Wir glauben, dass jeder, der sich weigert Gott anzubeten, Ihn um etwas zu bitten in dieser Angelegenheit arrogant ist. Er wird jedoch gezwungen sein, sich vor den niederen Dienern Gottes zu beugen und ihnen zu schmeicheln, weil niemand perfekt ist und jeder Mensch Gründe hat außer von sich selbst abhängig zu sein. Diejenigen, die keine Hilfe bei Gott suchen und nicht bereit sind sich Ihm zu unterwerfen, werden gezwungen sein Hilfe von Seinen Dienern zu erbitten und sich vor ihnen zu verbeugen. Im Gegensatz zu diesen Menschen brauchen diejenigen, die nur bei Gott Hilfe suchen niemand anderen, und sie brauchen sich niemanden gegenüber zu beugen, sie werden immer geehrt, frei und stolz sein.

7- Wir, die monotheistischen Schiiten, beten den wahren Gott an, der das gesamte Universum erschaffen hat und regiert, und im Gegensatz zu vielen Menschen auf der Welt suchen wir nicht Gott, den Schöpfer, den Herrscher und den Autor des Universums unter unseren Schöpfungen und Kreationen. Vielleicht gibt es Menschen, die zwischen ihren Holz- und Steinkonstruktionen oder ihren intellektuellen und mentalen Konstruktionen nach einem Gottesbild suchen. Jedes Bild, das der Mensch der Natur oder dem Verstand eingeprägt hat, ist eine Schöpfung und ein Artefakt von Menschen, nicht von ihrem Schöpfer. Diese Dinge zu beachten bedeutet tatsächlich, Gott den Rücken zu kehren und sich nicht Ihm zuzuwenden.

8- Wir glauben, dass Gott jenseits des Verständnisses und Denkens aller Seiner Geschöpfe ist. Wir verherrlichen Gott und preisen Ihn. Wir halten Ihn für höher als unser Verständnis und bekennen, dass wir ihn nicht erfassen können, aber Er derjenige ist, der uns umgibt. Wir sagen uns einstimmig mit den Propheten und Engeln Gottes von denjenigen los, die versuchen Gott ein Gesicht (gedanklich oder äusserlich) zu geben und damit seine Heiligkeit verhöhnen.

9- Wir fühlen uns verpflichtet in großem Maße Gott zu gedenken, und wir erlauben nicht, dass unsere kleine Welt es zulässt, diesen großen Gott zu vernachlässigen. Insbesondere bei Situationen, bei denen Gott uns etwas befohlen oder uns etwas verboten hat, hier müssen wir noch mehr auf Ihn achten und dürfen Ihn niemals ignorieren. Wir betrachten das Nichtgedenken und die Ignorierung Gottes als eines der größten Verbrechen, und wir fühlen uns schuldig, weil wir Gott nur allzu oft vergessen. (Im Gegensatz zu uns, denken viele Menschen auf der Welt, dass Verbrechen, Sünden, wie Diebstahl und Mord Verletzungen der Menschenrechte sind. Sie wissen nicht, dass die Unachtsamkeit bezüglich der Macht und Größe Gottes und die Vernachlässigung Seiner und das dazu in Seiner Gegenwart eines der größten Verbrechen ist.)

10- Wir glauben, dass wir einen barmherzigen Gott haben. Unser Gott ist barmherzig und allgnädig und Er umfasst uns mit seiner Gnade und Barmherzigkeit. Wir fühlen uns vor Gott und seinem Segen schuldig. Wir gestehen, dass wir schon bevor wir in irgendeiner Art und Weise würdig waren, Er uns viele Segnungen hat zukommen lassen. Wir fühlen uns verpflichtet Seine Gaben zu schätzen und Ihm stets dankbar zu sein. Wir glauben, wer die göttlichen Segnungen zu schätzen und immer Ihm für seine Segnungen zu danken weiss, dem wird der barmherzige Gott seine Gaben vermehren.

11- Wir glauben, dass Gott nicht nur für seine Segnungen lobenswert ist. Er verdient Lob auch für seine Prüfungen und für die Drangsal, die er uns auferlegt. Es gibt keinen Mangel oder gar eine Störung bei seiner Arbeit und seinem Plan, und Er hat dabei immer das Wohl seiner Freunde im Auge, auch wenn er ihnen Drangsal vorherbestimmt. Basierend auf dem Glauben an die göttliche Prädestination bleiben wir bezüglich der Erschwernisse, die Er für uns bestimmt, geduldig, und wir bleiben standhaft in unserem Glauben und der Wohlgesinnung gegenüber Gott und wir sagen stets zum Fürsten der Gläubigen und Anführer der Schiiten:

„Wir preisen unseren Gott in Seinen zu uns gesandten Unglücken, wie wir Ihn in Seinen Segnungen preisen.“

Geduld im Unglück ist der Weg der Propheten und der Imame und ihren Anhängern, die die wahren Monotheisten sind. Diejenigen, die ihre Geduld im Unglück verlieren und pessimistisch auf die göttlichen Schicksalsbestimmungen, sind tatsächlich schwach in ihrem monotheistischen Glauben und kennen Gott nicht gut. Diese Leute mögen denken, dass Gott davon profitiert seinen schwachen Geschöpfen Schaden zuzufügen, oder sie denken, dass er seine Diener vergessen und sie in der Unterdrückung von anderen allein gelassen hat, oder dass er geizig ist und ihnen deshalb nicht helfen will. Gott bewahre, das sind falsche Annahmen über Gott! Die wahren Schiiten haben von ihren Imamen gelernt, dass alle Nöte der Welt und die Unterdrückung der Diener durch die Unterdrücker, alles, in der Gegenwart Gottes und vor Seinen Augen stattfindet. Er ist derjenige, der gemäß Seiner lobenswerten Weisheit den Weg für Katastrophen öffnet, die die Gläubigen treffen, um sie zu prüfen, ihren Glauben und auf das sie sich selbst prüfen, und Er ist derjenige, der am Tage der Auferstehung das Recht aller Unterdrückten von den Unterdrückern einfordert und welcher der ehrenhaften Geduld der geduldigen Gläubigen einen großen Lohn zuteil werden lässt.

12- Wir glauben an Gottes Dominanz über die Natur und wir glauben, dass Gott zu allem fähig ist. Wir sind der Überzeugung, dass Gott in der Lage ist das System der Welt zu verändern, denn Er kann tun, was Er will. Aus diesem Grund setzen wir unsere unerschütterliche Hoffnung auf Ihn und streben an nur Ihn anzubeten und nur Ihn zu bitten. Viele Menschen in der heutigen Welt wurden und werden vom Satan über Gottes Allmacht und Herrschaft über die Natur getäuscht. Sie denken, dass Gott einst das Weltsystem errichtete und aufhörte, darin einzugreifen. Sie denken, dass Wolken, Wind, Nebel, Sonne und der Himmel von sich aus und gemäß den unveränderlichen Naturgesetzen sich bewegen, und Gott nicht in ihre Bewegung eingreifen kann. Es ist seltsam, dass diese Menschen, die doch so sehr das Denken und die Wissenschaft hervorheben, glauben, dass der Mensch durch seine Macht und seinen freien Willen die Ordnung der Natur stören oder eine neue Ordnung durch Unordnung und Korruption in ihr erschaffen kann, und Gott, der der Schöpfer des Menschen ist, sollte keine derartige Veränderung in der Natur herbeiführen können? Wenn der Mensch zum Beispiel Berge spalten, den Pfad der Winde verlegen und Wolken auf seinen Befehl hin bewegen kann oder unfruchtbare Wolken befruchtet und sie regnen lässt, wäre Gott dann nicht in der Lage, dies zu tun? Könnten die Engel und die göttlichen Agenten dies nicht? Es ist offensichtlich, dass Gott und seine Engel mehr Macht haben die Natur zu verändern, als die Menschen. Deshalb glauben wir, dass es nicht nutzlos ist, sondern angemessen, sehr weise und gewinnbringend, wenn wir zu Gott beten und Ihn bitten, dass es während einer Hungersnot regnen möge, unheilbare Kranke geheilt und finanzielle Probleme und solche Dinge gelöst werden. Zumal Gott selbst gesagt hat, dass die Menschen in diesen Angelegenheiten Seine Hilfe suchen sollten, damit Er, wann immer Er will, die Situation zu ihren Gunsten ändern kann.

13- Wir sehen Gottes Hilfe bei all unseren guten Taten, die wir verrichten. Wir geben zu, dass wir ohne Seine Hilfe nichts Gutes tun können. Wir glauben auch, dass alle unsere hässlichen Taten gegen Gottes Willen sind und dass wir sie getan haben aufgrund unseres Wagemuts und unserer Frechheit, während Gott uns vor diesen Taten gewarnt hat und uns auch die Kraft gegeben hat, sie zu unterlassen.

14- Wir bekennen, dass wir uns nicht vor der Strafe Gottes sicher fühlen können, weil wir viele Sünden begangen haben und größtenteils nachlässig sind. Wie oft haben wir Gott vernachlässigt und seine Macht und Größe übersehen, unsinnige und vergebliche Taten begangen, waren in Seiner Anbetung träge und wandten uns der Sünde, der Hässlichkeit und Niedrigkeit zu. Wir bekennen, dass wir es verdienen wegen unserer Sünden und angesichts unserer großen Vernachlässigung gegenüber Gott Ihm fern zu sein. Wir verdienen es, dass Gott uns mit niederen Menschen allein lässt. Wir bekennen, dass Gott das Recht hat, uns zu tadeln und berechtigt ist zu urteilen, dass dieser Sein Diener  der Strafe würdig ist und wenn Er dies tut und uns nicht vergibt, ist das Recht mit ihm. Wir sind der Überzeugung, dass für unsere Dienerschaft gegenüber Gott die Gottesfurcht notwendig.

Da Gott jedoch barmherzig ist, hält er uns den Weg zur Reue und zur Umkehr zu Ihm bis zum Moment des Todes geöffnet. Diese Art der Rückkehr bläst uns den Geist der Hoffnung ein und befähigt uns bei Ihm immer mit großer Leidenschaft, hoffnungsvoll bittend, gedemütigt und mit beschämten Herzen Buße zu tun und nicht an Seiner Barmherzigkeit zu zweifeln. Wir glauben, dass es für den Menschen ebenso notwendig ist sich vor Gott zu fürchten und sich nicht vor göttlicher Strafe sicher zu fühlen, genauso wie es für den Menschen verpflichtend ist nicht die Hoffnung auf Gottes Barmherzigkeit und Vergebung aufzugeben. Wir glauben, dass die Hoffnung auf Gott mit der Furcht vor Ihm einhergeht und für jeden Menschen verpflichtend ist.

15- Wir bekennen, dass selbst unsere guten Taten es nicht wert sind Gott dargebracht zu werden, aber Er derjenige ist, dem wir diese zu verdanken haben, denn wenn nicht Seine Hilfe und Beistand wären, hätten wir bei rechtschaffenen Taten keinen Erfolg gehabt. Außerdem sind die kleinen guten Taten würdig für Seine geringen Diener nicht für Ihn, dem großen Gott. Er ist zu groß, als das wir irgendetwas für Ihn tun könnten, das Seiner würdig ist. Deshalb bekennen wir mit unserem ganzen Wesen, dass wir Ihn nicht verehrt haben, wie wir es sollten und wir uns in diesem Zustand an Ihn wenden und Ihn bitten mögen, alle unsere Taten (ob gut oder schlecht) zu verschleiern und dass Er nicht gemäß unseres Verdienstes mit uns umgeht, sondern uns Vergebung zuteil werden lässt und uns zu den Gläubigen und Rechtschaffenen zählt, den Gläubigen und Rechtschaffenen, denen er seine Gnade, Barmherzigkeit und Großzügigkeit versprochen hat.

16- Wir wissen das ganze Universum unter der Aufsicht Gottes. Wir glauben, dass er sachkundig, einsichtig und sich über alles bewusst ist, was auf der Welt geschieht. Vorallem sehen wir uns unter der Lupe göttlicher Aufsicht. Wir sind sowohl glücklich als auch unbehaglich darüber, dass Er und seine Engel immer mit uns sind. Wir sind froh, dass wir nie allein sind und wir immer Unterstützung durch Gott haben und unser Rücken Ihm nie abgewandt ist, dass wir stets besorgt sind, weil wir uns immer in Seiner Gegenwart befinden und Angst haben, dass wir in Seiner Gegenwart unerzogen handeln.

17- Wir lieben Gott und lieben es Sein Wort zu hören. Wenn Er spricht und uns das Zuhören erlaubt, geniessen wir es. Wir möchten, dass Er uns von sich erzählt, von seiner Arbeit, von seinen Plänen, wir möchten, dass Er uns sagt, was Er mag und was nicht. Wir mögen es, dass Er uns berät und Empfehlungen gibt und wir mögen es, dass Er uns ermutigt und warnt. Wir glauben, dass der Koran sein Wort ist. Gott hat mit den Worten des Koran zu uns gesprochen und weil wir uns für das Wort Gottes interessieren rezitieren wir regelmäßig den Koran und lernen dadurch die Worte unseres Gottes kennen. Wir denken über Seine Sätze nach und nehmen uns deren Bedeutung zu Herzen. Wir handeln nach jedem noch so kleinen Teil des Wort Gottes, den wir verstehen, und wenn wir beim Wort Gottes auf etwas stoßen, dessen Bedeutung uns nicht ganz klar ist, hören wir auf und interpretieren es nicht nach unserer eigenen Meinung, denn das ist unhöflich in der Gegenwart Gottes und Gott gefällt das nicht. Es ist unhöflich von einem Menschen die Worte einer großen Person, für die er kein vollständiges Verständnis hat mit Spekulationen und auf der Grundlage von Wahrscheinlichkeiten auszulegen und er sie dadurch aus ihrer ursprünglichen Bedeutung nimmt. Im Koran hat Gott auf verschiedenen Ebenen zu den verschiedensten Menschen gesprochen, und es ist nicht notwendig, dass alle Menschen die Bedeutung aller Verse erfassen. Sie sollten wissen, dass jene Verse für wissendere und wichtigere Personen wie für den Propheten, die Ahl al-Bait und ihre speziellen Anhänger bestimmt waren:

„O Gott, wir glauben an dein Wort und dass dieses ganze Buch von Dir ist. Die Stellen, die wir verstehen, nach denen handeln wir, und die Stellen, die wir nicht verstehen, deren Wissen und Auslegung überlassen wir Dir.“

Zusätzlich zu diesem Bekenntnis glauben wir, dass der Weg zum Verständnis der Worte Gottes und der Verse des Koran nicht verschlossen ist und um die Absicht Gottes besser zu verstehen, müssen wir uns auf die Aussagen des Propheten Gottes und seiner Familie beziehen, so können neue Fenster der Erkenntnisse geöffnet und uns Seine Ziele vermittelt werden.

18- Wir Schiiten mögen es, dass unser Gott zu uns spricht, wir sind fasziniert von der Tatsache, dass auch wir zu unserem Herrn sprechen können. Der allmächtige Gott hat uns aus Gnade und Barmherzigkeit zu sich gerufen und uns erlaubt mit ihm in jeder gewünschten Sprache zu sprechen und ihn zu preisen, zu loben und zu zeigen, dass wir Ihn brauchen. Außerdem gab Er uns im „Gebet“ eine besondere Gelegenheit Ihm näher zu kommen und Ihm auch ganz privat etwas zuflüstern zu können. Aus diesem Grund messen wir dem Gebet eine besondere Bedeutung bei. Wir verstehen das Gebet als die beste Handlung eines Menschen und als die engste Beziehung eines Dieners zu Gott. Wir sind auch sehr an den empfohlenen Gebeten  (entsprechend der Schatzkiste von Gebeten, die wir haben) interessiert und wir genießen es sehr, Gott lobzupreisen und Ihn zu bitten.

19- Wir haben diese besonderen und wertvollen Überzeugungen aus der Schule des Koran und der Ahl al-Bait erworben und wir glauben, dass viele Menschen auf der Welt sich dieser Angelegenheit nicht bewusst und weit davon entfernt sind .Einige Beispiele:

-Viele Menschen auf der Welt glauben nicht an Gott, um sich von den Fesseln der Dienerschaft und Religiosität zu befreien und bezweifeln sogar seine Existenz, während es keinen Zweifel an Ihm gibt. Er ist derjenige, der die Himmel und die Erde erschaffen hat und der Errichter eines schönen und zweckmäßigen Systems in der Schöpfung ist und Zuflucht für Menschen in Not und Schwierigkeiten. Diese Menschen nehmen Gott und seine Zeichen auf die leichte Schulter und ignorieren sie, während wir das genaue Gegenteil von ihnen sind und Gott und seine Offenbarungen für sehr groß und wichtig halten.

– Wiederum andere Menschen tun sich damit schwer Gott um Hilfe zu bitten, sie schämen sich zu sagen, dass sie bedürftig, arm und Bettler beim allmächtigen Gott sind. Einige von ihnen sind zu arrogant, um ihre Nöte Gott vorzutragen und Ihn um Erleichterung zu bitten. Viele von ihnen haben bestimmt nicht einmal in ihrem Leben unter Tränen Gott angefleht. Aber die Schiiten, die ihrem Propheten und den Imamen folgen, schenken dem Weinen und Klagen während des göttlichen Gerichts viel Aufmerksamkeit.

– Neben diesen Menschen gibt es auch jene, die sich und ihre tierischen Begierden als Achse und Umlaufbahn des Lebens betrachten und glauben, dass der Mensch sich nicht auf die Grenzen der Religion oder auf Gebote und Verbote von irgendjemandem, schon garnicht von Gott, beschränken sollte. Der Mensch muss frei und befreit sein und überall seinen eigenen Interessen nachgehen und seine Macht und Herrschaft über die Welt ausdehnen können, während wir im Gegensatz zu diesen Menschen den Willen Gottes als Achse für alle Menschen und auch als Grenze für uns selbst ansehen und wir bereit sind alles für den Willen unseres Herrn zu opfern.

– Viele Menschen auf der Welt unterwerfen sich der Demütigung von Herrschern, schmeicheln den Mächtigen und einflussreichen Personen. Sie verherrlichen sie, was diese nicht verdienen, sie wissen um ihre hässlichen Taten und halten sie für schön, sie gehorchen ihren Befehlen, ob falsch oder richtig. Sie legen sich ihnen zu Füßen und treten auf das Wohlgefallen Gottes, um die Aufmerksamkeit dieser Menschen auf sich zu ziehen. Gott hat sie sich selbst überlassen. Heutzutage ist diese niedrige Lebensweise unter vielen Menschen auf der Welt üblich, aber die Schiiten glauben, dass dies nicht die richtige Lebensweise ist und dass es sich tatsächlich dabei um die Anbetung eines Nichtgottes handelt und nicht einmal den menschlichen Status verdient.

– Viele Menschen in der heutigen Welt praktizieren immer noch den Götzendienst. In Asien und im Pazifik, in Afrika und Europa, in Süd- und Nordamerika und sogar am Nord- und Südpol gibt es immer noch viele Stämme, Gruppen und Sekten, die ihre Statuen, Idole und Totems verehren. Auch heutzutage ist selbst in zivilisierten Gesellschaften der Aberglaube stark verbreitet, manche Menschen glauben, dass zum Beispiel das Hufeisen ihnen Glück und die Zahl 13 Unglück bringt. Diese Menschen wissen nicht, dass das, was sie glücklich machen kann nur Gottes Wille ist und dass wir uns an Ihn wenden und bei Ihm Zuflucht suchen sollten, nicht bei Dingen, wo wir nur denken, dass sie sich auf uns positiv oder negativ auswirken und die wir nicht von Gott erhalten haben. Die schiitische Schule ist stolz darauf nur Dinge beeinflussen und segnen zu wollen, in die Gott Einflüsse und Segnungen gesetzt und sie den Menschen durch den Koran, den Propheten und die Ahl al-Bait kundgetan hat.

Leider befinden sich, siehe so manche Passage, die wir in den vorherigen Abschnitten durchgegangen sind, eine große Anzahl von Menschen auf der ganzen Welt auf einem Irrweg. Jeder von uns kann auch die verschiedenen Abweichungen bezüglich des monotheistischen Glaubens überall auf der Welt besser verstehen, wenn er sich die vorherigen Passagen nochmal anschaut und dann den schiitischen Glauben mit dem vergleicht, was in der Weltgemeinschaft vor sich geht, um so mehr zu erfahren über die Bedeutung der Lehren des Koran und der Ahl al- Bait für die Bildung unserer stolzen Persönlichkeit. Wir verdanken unsere monotheistische Persönlichkeit dem Koran und der Ahl al-Bait. Wenn wir sehen, dass nur der Koran und die Ahl al-Bayt so klar, deutlich und richtig über Gott den Allmächtigen sprechen, dann verstehen wir auch, dass der Koran wirklich das Wort Gottes ist und die Ahl al-Bait von Gott darüber in Kenntnis gesetzt wurden, da sie sonst nicht in der Lage gewesen wären den Koran richtig zu erklären, so wie es Gott würdig ist. Andere Menschen, die versuchten von sich aus das Wort Gottes zu erklären, sagten Dinge, die Gottes Position nicht würdig ist.

20- Jetzt, wo wir durch die Gnade Gottes Ihn in solcher Schönheit und solchem Glanz kennengelernt haben und zu den wahren Monotheisten eingeladen wurden, ergreifen wir diese Gelegenheit und versuchen nicht länger bereit zu sein unseren Glauben an Gott aufzugeben, nicht einmal für einen Moment. Jetzt unterschreiben wir am Ende das Bekenntniss über den Glauben an Gott und geloben Ihm die Treue.

Wir verpflichten uns Ihn nicht aufzugeben, seine Würde zu respektieren, mit seinen Freunden befreundet zu sein und sie zu unterstützen und mit seinen Feinden befeindet zu sein und sich von ihnen loszusagen.

Wir geloben Gott die Treue, auf seinem Weg zu bleiben und immer seine Zustimmung zu suchen, selbst wenn unsere weltlichen Interessen auf dem Spiel stehen. Wir schließen einen Bund mit Gott, uns des Wertes des Koran (das Buch des Monotheismus und der Theologie) bewusst zu sein und der Lehren des Propheten und seiner Familie. Sie waren diejenigen, die uns die Lehren des Koran nahe brachten, so müssen wir ihnen immer dankbar sein und uns ihren Worten verpflichtet fühlen und ihr Verhalten und ihr Leben als praktisches Beispiel nehmen.